Geologischer Bau und Tektonik |
| Das Kyffhäusergebirge war ein Teil des Mitteleuropa durchziehenden Variskischen Gebirges. Dieser Gebirgskörper, ähnlich den heutigen Alpen, wurde im Karbon (vor 300 Millionen Jahren - Erdaltzeit) aufgefaltet und gehoben. Im Rotliegenden, dem älteren Abschnitt des Perm (vor 280 Millionen Jahren - ausgehende Erdaltzeit), wurde das Variskische Gebirge zu einer Tafel abgetragen. Seine Gesteine sind heute als Grundgebirge im Kyffhäuser aufgeschlossen: Den Kern des Kyffhäusergebirges bilden also Gesteine aus dem Oberkarbon wie Sandstein, grobkörnige Konglomerate, Arkosen und feinkörnige Schiefertone. Im Zechstein, dem jüngeren Abschnitt des Perm (vor 250 Millionen Jahren - Ende der Erdaltzeit), begann für den Raum der heutigen deutschen Mittelgebirgsschwelle ein Zeitalter langandauernder Wechsel zwischen Land- und Meereszuständen. Der nördliche Teil Mitteleuropas einschließlich Teile des Rumpfes des abgetragenen Variskischen Gebirges waren vom Zechsteinmeer überflutet. Es kam zur Überlagerung des Gebirgsrumpfes durch marine Sedimentgesteine des Zechsteinmeeres: Die Gesteine des Tafeldeckgebirges sind Gipse, Kalke und Dolomite. Sie bestimmen heute die Landschaft am Südrand des Kyffhäusergebirges. ![]() Am Ende der Erdmittelzeit (vor 65 Millionen Jahren) geriet der verfestigte und mit Sedimentgesteinen bedeckte Rumpf des Variskischen Gebirges unter seitlichen Druck und zerbrach. In Mitteleuropa entstand ein Schollenfeld, dessen Einzelschollen in unterschiedlichster Weise bewegt wurden. Die Kyffhäuser-Scholle wurde aus ihrer Umgebung herausgehoben, wobei diese Bewegung am stärksten den Nordrand erfaßte. Es entstand eine Pultscholle, die am Nordrand des Gebirges steil zur Auslaugungssenke der Goldenen Aue abbricht, nach Süden langsam abfällt und allmählich in die sie umgebenden Senken übergeht. |
|
Zurück zum Kyffhäuser |