Die Tierwelt des Kyffhäusergebirges

(Frau Karmen Rosenstock, Naturparkverwaltung Kyffhäuser, 17.04.2000)
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Die besonderen geologischen und klimatischen Bedingungen des Kyffhäusergebirges bilden auch die Voraussetzung für die Mannigfaltigkeit in der Tierwelt. Gerade der Südkyffhäuser mit seinem Reichtum an verschiedenen Extremstandorten und dem deutlich kontinental geprägten Klima weist eine enorme Artenvielfalt auf. Dies wird besonders bei den Insekten deutlich.
Viele dieser Arten stammen aus Süd- und Südosteuropa und finden hier im Kyffhäusergebirge ihre nördliche Verbreitungsgrenze. Interessante Arten sind die aus dem Mittelmeerraum stammende Röhrenspinne (Eresus niger) und der Kleine Pillenwälzer (Sisyphus schaefferi) Von der Kyffhäuserzikade (Psammotettix inexpectatus) existierte lange Zeit weltweit nur ein Fundort, auch dieser lag im Kyffhäusergebirge. Erst in den 80er Jahren wurde sie auch aus Griechenland bekannt.
Der Zwerg -Grashüpfer (Stenobothrus crassipes), deren Hauptverbreitungsgebiet im Balkan liegt, hat sein einziges in Deutschland bekanntes Vorkommen hier im Kyffhäusergebirge. Weitere gefährdete Heuschreckenarten sind beispielsweise die Ameisengrille (Myrmecophila acervorum), die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens), der Schwarzfleckige Grashüpfer (Stenobothrus nigromaculatus) und der Kleine Heidegrashüpfer (Stenobothrus stigmaticus).
Von den hier vorkommenden gefährdeten Schmetterlingen sei die Berghexe (Chazara briseis), der Quendelbläuling (Pseudophilotes baton), der Malven-Dickkopf (Carcharodus alceae) und der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) genannt. Die Schlingnatter,oder auch Glattnatter (Coronella ustriaca), ein Vertreter der Reptilien findet als wärmeliebende Art an den Trockenhängen des Südkyffhäusers optimale Bedingungen.
Nachweislich gibt es hier ca 250 Vogelarten, von denen über 100 im Kyffhäusergebiet brüten. Der hier vorkommende Uhu (Bubo bubo), der Rauhfußkauz (Aegolius funereus), der Neuntöter (Lanius collurio),die Grauammer (Emberiza calandra), die Heidelerche (Lullula arborea) die Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) sowie der Rote Milan (Milvus milvus) heben die Wertigkeit des Gebietes hervor.
Bedeutsam ist das Vorkommen von 15 Fledermausarten. Hier sind als bundesweit gefährdete Arten die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), das Große Mausohr (Myotis myotis) und die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposiderus) zu nennen. Letztere hat dabei hier ihre nördlichste Verbreitung in Europa. Die in Thüringen vom Aussterben bedrohte Wildkatze (Felis sylvestris)hat hier einen stabilen Bestand. An weiteren Säugern kommen im Kyffhäusergebiet Rot-, Reh-, Dam-, Muffel-(Wildschaf) und Schwarzwild (Wildschwein) vor.
Literaturangaben:

Naturpark Kyffhäuser
Ein naturkundlicher und kulturhistorischer Führer durch die Region
ISBN 3-930333-18-X

Wanderkarte Naturpark Kyffhäuser
ISBN 3-933494-00-1
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