Majestätisch und weithin sichtbar erhebt sich das Kyffhäuserdenkmal auf dem 457 m hohen Kyffhäuserburgberg, der zweithöchsten Erhebung des Kyffhäusergebirges und kündet vom einstigen Ruhm der alten Kaiser, die auf Kyffhausen Geschichte schrieben. Es wurde im nordöstlichen Teil des Gebirges auf einem schmalen, fast ringsum steil abfallenden Bergsporn errichtet, auf dem sich einst die mächtige Reichsburg Kyffhausen befand, eine der größten und stärksten deutschen Burganlagen des Mittelalters. Besonders von Osten her betrachtet, hinterläßt der Kyffhäuserburgberg mit seinem Denkmal und den Ruinen einen machtvollen Eindruck, da man den Zusammenhang mit dem übrigen Gebirge nicht wahrnimmt und der Meinung ist, einen einzelnstehenden, mächtigen Bergkegel vor sich zu sehen. Der Begriff Kyffhäuser Im Volksmund wird seit langem sowohl das gesamte Gebirge als auch der Burgberg mit den Ruinen der Reichsburg Kyffhausen und dem Kyffhäuserdenkmal als Kyffhäuser bezeichnet. Vergegenwärtigen wir uns den Begriff Kyffhäuser etwas näher, kommen wir zu verschiedenen Erklärungen seines Ursprungs. Unterschiedliche Schreibweisen erschweren eine exakte Deutung. Im Laufe der Jahrhunderte treten solche Formen auf wie Cuf(f)ese, Cophese, Kufese, Kuf(f)hus(s)en, Kuffhese, Kiefhäuser, Kyf(f)husen, Kiffhäuser u.ä.. Huse könnte das Grundwort sein für eine Baulichkeit, also ein Haus. In Kufhuse u.ä. Wendungen ist aber auch die Wurzel des niederdeutschen Kuppe, Kopf enthalten. Danach ließe sich der Kyffhäuser als Haus auf der Kuppe eines Berges deuten. Ein Vergleich mit dem althochdeutschen Cuppha = Kopfbedeckung läßt die Deutungsweise Hutträger (Wolkenhutträger) oder Hutberg zu. Dafür spricht eine noch heute bekannte Wetterregel. Der Namensteil Kiff (Kyff) kann auch von Keifen = Streit, kriegerischer Streit abgeleitet werden, denn die Burg diente tatsächlich als Streithaus kriegerischen Zwecken. Die ehemalige Reichsburg Kyffhausen Die günstige Lage des leicht zu verteidigenden Burgberges mit den drei steilen Abhängen wurde früh erkannt. Urgeschichtliches Fundmaterial weist auf eine früheisenzeitliche Siedlung seit 800 v. Chr. hin. Im 10. Jahrhundert gehörte das Kyffhäusergebiet zum Krongut des deutschen Königs Heinrich I. (919-936), dem Begründer des Deutschen Reiches. Zur Festigung seiner Kronmacht und für die Aufenthalte in seinem Königreich errichtete er Pfalzen und Burgen. Am Fuße des Kyffhäusergebirges entstand in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts die Pfalz Tilleda. Für sie wurde auf dem schwer zugänglichen nordöstlichen Bergsporn des Kyffhäusers eine Schutz- und Fluchtburg errichtet. Historische Vergleiche und die Zweckbestimmung der Anlage lassen den Schluß zu, daß die erste Burg in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts in der Regierungszeit Heinrichs IV. (1056-1106) entstanden sein dürfte. Urkundliche Überlieferungen über die Kyffhäuserburg setzten erst 1118 mit der Eroberung und Zerstörung der Burg im Verlaufe der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich V. und sächsisch-thüringisch Feudalherren unter Führung Lothars von Supplinburg ein. Der Wiederaufbau der bis auf die Grundmauern zerstörten Burg begann sehr schnell. In der Regierungszeit des Kaisers Friedrich I. Barbarossa (1152 bis 1190) erfolgte sowohl der vollständige Wiederaufbau als auch die Erweiterung der Burg zu einer der ausgedehntesten deutschen Burganlagen im Hochmittelalter. Die Einteilung der gewaltigen 608 m langen und 60 m breiten romanischen Höhenburg in Ober-, Mittel- und Unterburg ist heute noch zu erkennen. Die Interessen der königlichen Macht wurden von Reichsministerialen wahrgenommen, denen die Aufsicht und Verwaltung der Reichsburg oblag. In alten Überlieferungen ist von mehreren Burggrafen zu lesen. Der Tod Friedrich II. im Jahre 1250 leitete den Zusammenbruch des Stauferreiches und damit den schnell fortschreitenden Niedergang der Zentralgewalt ein. Gleichzeitig erstarkten die Territorialgewalten, so daß die Burg Kyffhausen im 14. Jahrhundert zum Spielball territorialer Machtkämpfe wurde. Sie verlor nach nur hundertjähriger Blütezeit zunehmend an Bedeutung und wechselte mehrmals den Besitzer. Nach vorübergehender Nutzung durch die Grafen von Rothenburg - Beichlingen ging die Burg im Jahre 1407 an die Grafen von Schwarzburg - Rudolstadt über. Zu dieser Zeit war die Burg schon halb verfallen und man sprach vom wüsten Schloß Kyffhusen. Der weitere Zerfall der Anlage konnte nicht mehr aufgehalten werden, die einst mächtige Reichsburg Kyffhausen verfiel bis zum Ende des 16. Jahrhunderts vollends zur Ruine. Die Ruinen der ehemaligen Reichsburg Kyffhausen Die drei Kyffhäuserburgen strahlten weithin Glanz, Anspruch und Würde mittelalterlicher Kaiser- und Fürstenmacht aus. Die Burgruine ist durch ihr ehrwürdiges Alter und die einstige Größe, durch ihre Bedeutung in Sage und Geschichte eine der hervorragendsten Anlagen, nicht allein in Thüringen, sondern in ganz Deutschland. Dank umfangreicher Ausgrabungen auf dem Gelände der Ruinen der Kyffhäuserburgen kann den heutigen Besuchern der imposante Eindruck mittelalterlicher Baukunst vermittelt werden. Die gewaltige romanische Anlage der Reichsburg Kyffhausen war in sich dreigeteilt. Die Oberburg Von der Oberburg ist infolge des Denkmalbaues nur etwa ein Drittel der Burganlagen erhalten geblieben. Der untere Teil der Anlage, in dem sich einst die wichtigsten Gebäude der Burg befanden und der zugleich das Zentrum der gesamten Stauferburg war, wurde durch den Bau des Denkmals völlig zerstört. Drei bedeutende Bauteile der Mittelalterlichen Burg sind aber heute noch zu besichtigen: · Unmittelbar an das Denkmal schließt sich das Erfurter Tor an , der Zugang zur Oberburg. ![]() Das einfache romanische Kammertor ohne Zugbrücke ist in der ursprünglichen
Form erhalten und gehört zu den baugeschichtlichen Kostbarkeiten des
Kyffhäusers. ![]() In den dreißiger Jahren wurde der Brunnen freigelegt und rekonstruiert
und zählt seit je her zu den Besuchermagneten des Kyffhäusers. ![]() Die erstaunliche Höhe von 30 m dürfte dazu beigetragen haben,
den mit Bossenquadern verblendete Wohnturm als Wahrzeichen der Reichsburg
zu betrachten. Im Bergfried gab es einen sicheren Schutz. Die Mauerstärke
im unteren Teil des fast quadratischen Turmes beträgt 3,50 m . Drei
Wohngeschosse mit beachtlichem Wohnkomfort überlagerten das Untergeschoß. ![]()
![]() Die Kapelle aus dem 12. Jh. besteht aus Schiff, eingezogenem Chor und
Apsis. Sie wurde 1433 als Wallfahrtskapelle wiederhergestellt und dem Heiligen
Kreuz geweiht. |
![]() Anlaß zum Denkmalbau ![]() Die plastischen Hauptelemente des Denkmalturmes sind das Reiterstandbild
Wilhelm I. mit Nebenfiguren und die Figur Barbarossas im unteren Teil des
Turmes, dem sogenannten Barbarossahof. ![]() Viele hunderte von Jahren schlief Barbarossa im Inneren des Kyffhäuserberges.
Nun, nach Erfüllung der Sage, ist sein unterirdisches Schloß
aus der Tiefe emporgestiegen. Seine Säulen mit den romanischen Bögen
ragen schon ein beachtliches Stück aus dem Erdboden heraus, so daß
man in den Burghof hineinschauen kann. Hier liegen noch gewaltige Felsblöcke
in wüstem Durcheinander. Etwas erhöht, auf einem Thronsessel,
sitzt der alte Barbarossa mit weitem kaiserlichen Mantel, mittelalterlicher
Reichskrone und langem wallenden Bart. Wundervoll ist in der riesigen Steingestalt
das Erwachen dargestellt. ![]() Das von Prof. Emil Hundrieser entworfene monumentale Reiterstandbild
ist von der Fußspitze des Pferdes bis zur Pickelhaube 9,70 m hoch.
Zu seiner Herstellung wurden 8550 kg Kupfer und 8250 kg Eisen verbraucht. |