| Kaiser Friedrich I. stammt aus der Familie der Staufer (oder Hohenstaufer) und war einer der mächtigsten und einflußreichsten Herrscher im damaligen deutschen Reich, dem Heiligen römischen Reich deutscher Nation. Hohenstaufen ist der Name eines deutschen Adelsgeschlechtes, das von 1138 bis 1254 den deutschen Kaiserthron besaß. Der Name leitet sich von dem 682 m hohen Berg Hohenstaufen im würtembergischen Donaukreis, nahe Göppingen ab. Auf diesem Berg erbaute Friedrich von Büren, der erste beglaubigte Ahnherr dieses Geschlechts, eine Burg, die (spätere) Stammburg des Kaiserhauses der Hohenstaufen. Machen Sie sich bekannt mit dem Geschlecht der Hohenstaufen und werfen Sie einen Blick in die Ahnengalerie: 1. Friedrich von Büren 2. Sohn Friedrich I. - Herzog von Schwaben 3. Sohn Friedrich II. - Herzog von Schwaben (genannt: Der Einäugige) Sohn Konrad III. - Herzog von Franken 1138 Krönung zum König 4. Sohn Friedrich III., der als Friedrich I. Barbarossa (1122 - 1190) in die Geschichte einging. zweiter König und erster Kaiser aus dem Hause der Hohenstaufen 1152 Krönung zum König (nach dem Tod seines Onkels Konrad III. 1155 Krönung zum Kaiser in Rom 5. Sohn Heinrich VI (1165 - 1197) 1169 Krönung zum deutschen König 1186 Krönung zum römischen König 1191 Krönung zum Kaiser 6. Sohn Friedrich II. (1194 - 1250) 1196 Krönung zum deutschen König 1198 Krönung zum König von Sizilien 1220 Krönung zum Kaiser Die politisch-wirtschaftliche Situation des 11. bis 13. Jahrhundert im damaligen römisch - deutschen Reich war gekennzeichnet durch die Kämpfe zwischen der Zentralgewalt (König bzw. Kaiser) und den Partikulargewalten (Fürsten und Papst). Der Papst war das Oberhaupt der christlichen Kirche und residierte in Rom. Um ihn herum erstreckte sich sein weltliches Herrschaftsgebiet, der Kirchenstaat. Bis ins das 11. Jahrhundert waren die Päpste von den Kaisern des römisch - deutschen Reiches abhängig, die häufig ihre Gefolgsleute als Bischöfe einsetzten. Im 11. Jahrhundert erstarkte in Westeuropa eine Kirchenreform - Bewegung, deren Ziel es war, die Kirche und das Papsttum aus der weltlichen Bevormundung zu lösen. Die Päpste wollten die Bischöfe selbst auswählen und über die Könige und Fürsten herrschen. Um diese Investitur der Bischöfe, entbrannte bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts ein jahrzehntelanger Kampf, der Investiturstreit. Sein Ergebnis war, daß der Einfluß der Könige auf die Bischöfe zurückging. Von Anfang an trat Kaiser Friedrich I. Barbarossa allen päpstlichen Eingriffen in die Angelegenheiten des Reiches mit großer Festigkeit entgegen. Er versuchte, die oberitalienischen, lombardischen Städte, die in den Kämpfen des Investiturstreites selbständig geworden waren, wieder zu unterwerfen. So zog er zu Felde gegen Mailand, welches alle kaiserlichen Befehle verachtete und durch seine Gewalttätigkeit viele Klagen veranlaßt hatte. 1158 war Mailand überwältigt, und unter dem Eindruck dieses Sieges erkannte man dem Kaiser die Einsetzung aller Obrigkeiten als sein Recht zu. Doch Mailand wehrte sich, und andere Städte schlossen sich dem wiederausbrechenden Aufstand an. 1162 wurde Mailand nach langer Belagerung bezwungen. Nach einem glänzenden und siegreichen Feldzug gegen Rom verlor Friedrich I. 1167 sein Heer durch die Pest. Mit letzter Anstrengung versuchte er jedoch 1176 nochmals, die lombardischen Städte zu unterwerfen, doch das kaiserliche Ritterheer erlitt bei Legnano eine Niederlage. Damit mußte sich Kaiser Friedrich I. mit einer lockeren Anerkennung seiner Oberherrschaft begnügen und auf das Recht verzichten, als Kaiser über das Papsttum zu entscheiden. Mit den lombardischen Städten wurde in Venedig ein Waffenstillstand geschlossen und nach dessen Ablauf 1183 der Frieden zu Konstanz. Infolgedessen kam Friedrich I. 1184 ohne Heer nach Italien und erfuhr freudige Aufnahme. 1186 wurde sein Sohn, Heinrich VI., in Mailand zum König gekrönt. Im Jahre 1189 begab sich Friedrich I. mit einem Heer von 100.000 Mann auf den dritten Kreuzzug ins Heilige Land. Dabei fand er 1190 im Fluß Saleph in Kleinasien den Tod. Friedrich I. hatte die hohe Idee vom Kaisertum, die er durch seine Regierung zu verwirklichen strebte. Seine Bemühungen um eine starke Zentralgewalt im früheren deutschen Reich bedeutete einen ständigen Kampf gegen die Fürsten. In jener Zeit errichtete man verstärkt Burgen und Pfalzen, die dem Kaiser als Stützpunkte im Kampf gegen die nach Unabhängigkeit strebenden Fürsten dienten. Diesbezüglich wurde die günstige Lage des Kyffhäusergebirges frühzeitig erkannt. So entstand bereits in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts am Fuße des Kyffhäusers die Pfalz Tilleda. Pfalzen bildeten im Mittelalter die wirtschaftliche und politische Grundlage der zentralen Königsmacht. Auf dem nordöst-lichen, leicht zu verteidigenden Bergsporn des Kyffhäusers wurde eigens für die Pfalz Tilleda eine Schutz- und Fluchtburg (später Reichsburg Kyffhausen genannt) errichtet. Überlieferungen über diese Burg setzten erst 1118 ein, und zwar mit ihrer Zerstörung. Ihr Wiederaufbau begann in der Mitte des 12. Jahrhunderts in der Regierungszeit Friedrichs I. Barbarossa. Es erfolgte der vollständige Ausbau der dreiteiligen gewaltigen Burganlage (608 m x 60 m) zur damals größten und stärksten mittelalterlichen Burg Deutschlands. Man nimmt an, daß Barbarossa in der mächtigen Reichsburg Kyffhausen verweilte. Dagegen ist sein Aufenthalt in der Pfalz Tilleda im Jahre 1174 urkundlich nachgewiesen. 1189 brach Friedrich I. zum dritten Kreuzzug ins Heilige Land auf, von dem er nicht zurück-kehrte. Er ertrank 1190 im Fluß Saleph in Kleinasien. Kaiser Friedrich II., der Enkel Barbarossas, lebte von 1194 bis 1250. Der 1220 in Rom ge-krönte Kaiser hielt sich hauptsächlich in Italien auf. Das führte zur Festigung der Macht der Fürsten. Mit seinem Tod im Jahre 1250 brach das staufische Reich endgültig zusammen, und die Reichsgewalt verlor ihren Einfluß. Die feudale Zersplitterung begann und damit die Stärkung der Territorialgewalten. Die Menschen im damaligen deutsch - römischen Reich wollten die Kunde vom Tod Friedrich II. jedoch nicht glauben. In den nachfolgenden Wirren um die Herrschaft im süditalienischen Königreich und um den deutschen Kaisertitel wurde die Legende geboren, Friedrich II. sei gar nicht gestorben, sondern lebe in geheimnisvoller Weise weiter, werde dereinst wiederkehren und das Reich in neuer Größe aufrichten. Besonders im einfachen, geplagten Volke breitete sich mit dem Zerfall des deutschen Reiches der Wunsch aus, der Kaiser möge wiederkommen und die alte Ordnung wiederherstellen. So entstand im 13. Jahrhundert die Sage vom wiederkehrenden Kaiser, die die Sehnsucht und Hoffnung des Volkes nach einem friedlichen, geeinten deutschen Reich, nach sozialer Gerechtigkeit und einer starken Zentralgewalt widerspiegelt. Die Chronik des Eisenacher Stadtschreibers Johann Rothe aus dem Jahre 1421 bezeugt ausdrücklich, daß sich die Sage mit dem Kyffhäuser zu verknüpfen begann. Nicht von ungefähr lokalisierte sie sich gerade dort, wo einstmals ein Zentrum der feudalen Königsgewalt gewesen ist. Die Sage bezog sich zunächst auf Friedrich II. Sie wurde mit Beginn des 16. Jahrhunderts auf Friedrich I. übertragen. Seitdem wird eindeutig Barbarossa mit der Sage in Verbindung gebracht. Man sprach schließlich nur noch von der "Barbarossasage". Viele Dichter und Schriftsteller schmückten in den folgenden Jahrhunderten die Sage mit ihren Phantasien aus und trugen dazu bei, daß die Legende im Volk wach blieb. Das wohl bekannteste Gedicht schrieb Friedrich Rückert 1817: "Der alte Barbarossa"... |